Steinzeitliche Funde sind im Ahrgebiet nur vereinzelt anzutreffen.
Einige wenige Fundstellen gibt es mit Schwerpunkt etwa auf einer Linie
Unkelbach, Lantershofen, Ringen. Gefunden wurden Feuersteinstücke mit
Bearbeitungsspuren (Ältere Steinzeit ca. bis 8000 v. Chr.) und zum Beispiel
ein Schiefersteinbeil (jüngere Steinzeit ca. ab 4000 v. Chr.). Diese ersten
Funde sind weitgehend dem Kulturbereich der Bandkeramiker zuzuordnen. Verstärkt
wurden Funde in den Lößlehmbereichen des Niederrheins gemacht, u. a. auch im
Zusammenhang mit den Tagebauen der Rheinbraun AG, aber auch im Bereich der
Kratermulden der Osteifel (Gönnersdorf u.a.). Dort wurden zum Beispiel
Feuersteine des Maasgebietes gefunden, was zu belegen scheint, dass
Wanderungen von der Maas bis in die Osteifel in dieser Zeit (Ältere Steinzeit)
stattfanden.
Erst aus der Anfangsperiode der Bronzezeit (ca. 1600 v. Chr.) wird dann aus dem
unmittelbaren Gebiet des Ahrtals von Funden berichtet. So wird berichtet von
einer Siedlungsstelle bei Remagen, einem Wohnplatz und einem Gräberfeld bei
Neuenahr und einem „Werkplatz“ im Bereich des „Häuschens“. Was auffällt bei
diesen Orten ist, dass sie fast alle auf Höhenlagen gelegen sind. Auch auf den
nördlichen Ahrhöhen bei Holzweiler, Vettelhofen und Kirchsahr kommt es zu
Funden, die dieser Periode zuzuordnen sein dürften. (Stein und Bronzebeile).
Ein Hinweis sei an dieser Stelle auf einen eigenartigen Stein (Tongestein) erlaubt, der in den fünfziger Jahren in der Ahr gefunden wurde. Die Hohlform und auch die bräunlich schwarzen Verfärbungen lassen die Vermutung zu, dass es sich evtl. um eine alte bronzezeitliche Gussform (offener Herdguss?) handeln könnte. Was dagegen spricht, ist die Tatsache, dass keine Eingussöffnung ersichtlich ist (was allerdings beim offenen Herdguss nicht nötig war) und auch die Rückseite ungewöhnlich modelliert ist. Auch beim Rheinischen Landesmuseum in Bonn konnte man die Form nicht zuweisen bzw. erklären. Hinweise in dieser Sache sind willkommen!
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Aus der Zeit der Urnengräberkultur (bis 700 v. Chr.) und der Hallstatt-Latenezeit ( Hunsrück-Eifelkultur) gibt es im Ahrraum im Gegensatz zum Raum Mayen/Koblenz nur wenige Fundstellen: Barweiler, Gelsdorf, Niederbreisig, Sinzig. Allerdings dürften die an manchen Orten vorzufindende Wallanlagen bis in diese Zeit zurückreichen (Remagen „Scheidtskopf“, Ahrweiler Wald „Alte Mauer“, u.a.) Diese, wohl von Kelten /Galliern errichteten Wälle, liegen teilweise in der Nähe von Städten, deren keltischer Ursprung deutlich erkennbar ist (Orte mit den Endungen –dunum, –acum oder –magus; Kirchdaun, Breisig, Sinzig, Remagen u. a. oder auch Casloaca für Kesseling). Ab dem dritten Jahrhundert vor Chr. beginnen vereinzelt Einwanderungswellen von rechtsrheinischen Germanen, die sich linksrheinisch ansiedeln und stark mit den dort lebenden Kelten assimilieren. (Treverer, Eburonen, etc.)